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Körpersignale - warum du besser auf sie achten solltest

Hektik, tagtäglicher Stress und Leistungsdruck: da gehen die eigenen Bedürfnisse schon einmal unter. Körpersignale werden leicht übersehen oder aus Mangel an Zeit und Geduld einfach ignoriert.  Wir wollen am Liebsten pausenlos funktionieren. Müde und erschöpft zu sein gilt als Schwäche. Logisch, denn es macht uns leistungsschwach. Auch Hautunreinheiten und kleine Schönheitsmakel sind unliebsam. Es scheint fast, als hätten wir verlernt, uns selbst aus einer fürsorglichen und liebenden Perspektive zu betrachten. Doch manchmal zwingt einen der eigene Körper schließlich dazu, auf sich zu achten: Egal, wie sehr wir uns wehren, er funktioniert einfach nicht mehr so, wie wir es gerne hätten. Wir werden ausgebremst und kommen an einen Punkt, an dem wir etwas ändern wollen- und müssen, unserer Gesundheit zuliebe. Sei es, sich eine Pause zu nehmen und für seine Bedürfnisse einzustehen oder aber auch die Ernährung umzustellen, schlechte Angewohnheiten oder den stressigen Job aufzugeben. Unser Körper teilt sich uns ständig mit, wir müssen nur genau hinsehen und die Signale ernst nehmen.

So war es auch bei Insa. Über zwei Jahre blieb ihre Periode aus - bis sie sich dazu entschied, einiges in ihrem Leben zu verändern. Insa ist Bloggerin und beschäftigt sich intensiv mit den Themen Ernährung, Körper & Geist und Weiblichkeit. Seit einigen Monaten lebt sie in Berlin-Kreuzberg in einer 2-Zimmer-Altbauwohnung. Wenn man sich aus dem Fenster lehnt, kann man von ihrem Wohnzimmer aus sogar den Fernsehturm sehen. Ihre Einrichtung eher minimalistisch, kombiniert mit selbstgebauten Möbelstücken. Statt Sofa und Fernseher findet man eine gemütliche Sitzecke mit Kissen, Decken und einer Yogamatte, die allzeit bereit auf ihren Einsatz wartet. Denn die 30-Jährige arbeitet neben ihrem Job als Social Media Managerin auch als Yoga Trainerin und freie Journalistin.

https://www.instagram.com/p/BWqVqQ5FmA8/?taken-by=insa_esc

Der Blog – mein digitales Tagebuch

Vor einigen Monaten startete sie ihren Blog Pretty Pretty Well, ihr digitales Tagebuch – wie sie es beschreibt – auf dem sie über ihre Amenorrhö Recovery Geschichte schreibt. Amenorrhö? So wird das Ausbleiben der Periode um mehr als 3 Monate bezeichnet.

Schon während des NuvaRings blieb die Periode der jungen Bloggerin aus. Ein klares Körpersignal, dass etwas im Argen liegt: ihre Hormonwerte waren im Keller. Der NuvaRing ist wie die Pille ein hormonelles Verhütungsmittel. Nach dem Absetzen des NuvaRings im März 2016 stabilisierten sich die Hormonwerte rapide, die Periode blieb aber weiterhin aus. „Da kann man nichts machen, wenn kein Kinderwunsch besteht“, hieß es seitens der Ärzte. Doch das wollte Insa nicht akzeptieren. Nach einiger Zeit des Verdrängens und der Passivität, entschloss sie sich, selbst auf die Suche nach ihrem „missing piece“ zu gehen. Zurück zu Hormonen ausgeschlossen. Schließlich geht es nicht darum, eine Abbruchsblutung zu bekommen – d.h. eine Blutung, die während der 7-tägigen Pillenpause durch Hormonentzug entsteht – sondern darum, eine natürliche Monatsblutung zu haben, die einem etwas Gewissheit gibt, dass der Menstruationszyklus funktioniert. Schließlich ist die Monatsblutung – so lästig sie für viele sein mag – ein Symbol für Weiblichkeit und Fruchtbarkeit und gehört untrennbar zum Frausein dazu. Das Ausbleiben beunruhigt: „Was ist, wenn ich Kinder bekommen möchte?“ Abgesehen davon besteht bei Amenorrhö-Patientinnen ein erhöhtes Risiko für Krankheiten wie Osteoporose und Depression.

Tabuthema Periode
Fotocredit Carlos Methfessel


Zunächst schrieb Insa für sich selbst und gab nur ihren Engsten einen Zugang zu ihren Texten. „Wen interessiert das schon?“, dachte sie. Doch je mehr sie sich im Rahmen ihrer Nachforschungen mit dem Thema auseinandersetzte, desto klarer wurde, wie klein dieses wichtige Thema bislang gehalten wird:

So vielen Frauen geht es ähnlich: zu lange oder zu kurze Zyklen, zu starke Blutungen, Regelschmerzen, PMS, Migräne... genauso vielfältig wie wir Frauen, sind auch unsere Zyklen und Zyklusbeschwerden. Doch leider wird nach wie vor viel zu wenig darüber gesprochen.

Tabuthema Periode? "Höchste Zeit das zu ändern!", dachte Insa und beschloss im August 2017, ihren Blog öffentlich zu machen, um anderen Frauen durch ihre Erfahrungen Mut zu machen, auch außerhalb der klassischen Medizin aktiv nach Lösungen für ihre gesundheitlichen Beschwerden zu suchen: "Ich habe es bislang keinen Tag bereut.“

Insa hat sich ihren Körper zurück erobert

Fotocredit Carlos Methfessel

 

Nach dem Absetzen des NuvaRings erging es Insa bis auf ihre Amenorrhö bestens: „Ich fühlte mich wie befreit. Ich hatte mehr Lust auf das Leben und die Liebe, tanzen zu gehen, mich mit Freunden zu treffen, Abenteuer zu erleben.... gleichzeitig stellte ich einiges in Frage: meine damalige Beziehung, meine Lebensumstände. Dass da ein Zusammenhang besteht kann ich nur vermuten. Um die 12 Jahre hatte ich hormonell verhütet, mit nur einer kurzen Pause, so dass ich gar nicht mehr wusste, wie sich mein Körper eigentlich im Normalzustand anfühlte. Die einzigen negativen Nebenwirkungen waren ein paar Unreinheiten an Po, Rücken und Schultern, aber alles im Rahmen. Nach 6 Monaten war alles wieder glatt – und für die neugewonnene Freiheit im Kopf war es das allemal wert.“

["Ich war´s nicht, das war die Pille"...wie die Pille unser Hirn vernebelt]

Da es Insa so gut ging, war es ein Leichtes, die Tatsache zu verdrängen, dass sie ihre Periode nicht bekam. Der 2-jährige Geburtstag ihrer Amenorrhö aber war dann wie ein Weckruf: „Ich begann zu recherchieren und saugte alles zu den Themen Amenorrhö und Frauengesundheit auf, was mir in die Finger kam. Dabei probierte ich verschiedenste Dinge aus wie TCM (Traditionelle Chinesischer Medizin), eine Umstellung meines Ernährungs- und Sportprogramms, Hormon Yoga und Meditationen. Ich setzte mich mit meinem Innersten auseinander – mit Glaubenssätzen, Erwartungshaltungen, Wünschen, Träumen, Ängsten und Zweifeln, die mich bis dato in meinem Leben begleitet hatten. Bin ich glücklich? Ist das Leben, das ich lebe, das Leben, das ich leben möchte?“

https://www.instagram.com/p/BbeImWdFY-p/?taken-by=insa_esc

Schon nach wenigen Wochen schaffte es die 30 Jährige auf natürliche Weise, ihre Amenorrhö zu überwinden: „Gerade hatte ich meine Periode zum dritten Mal, mit einer Zyklusdauer von 29 Tagen – ich kann es immer noch selbst kaum glauben, dass meine Maßnahmen wirklich gefruchtet haben, im wahrsten Sinne des Wortes.“

[Aktiv gegen Amenorrhö - so geht es mir nach drei Monaten]

Was mir gegen trockene Haut geholfen hat…

Nicht nur mit Unreinheiten nach dem Absetzen der Hormone hatte Insa zu kämpfen. Mit ungefähr 15 bekam sie erst trockene Stellen in den Kniekehlen, dann in den Armbeugen, später an den Händen. Diagnose: Neurodermitis.

„Als ich an einen Punkt kam, an dem ich manchmal nicht schlafen konnte, weil mich meine Haut so triezte, begann ich mich intensiv mit den Inhaltsstoffen in meinen Pflegeprodukten auseinanderzusetzen. Und auch mit allem anderen was ich an und in meinen Körper ließ (Lebensmittel, Waschmittel, Materialien von Kleidung...). Ich experimentierte damit, bestimmte Lebensmittel für eine Zeit wegzulassen; Milchprodukte, Weizen, Alkohol, Zucker, doch ohne großen Erfolg. Erst als ich meine Pflegeprodukte umstellte, und auch bei Waschmittel & Co. auf die Hautverträglichkeit achtete, wurde es besser. Mit der richtigen Pflege habe ich seitdem meine Haut gut im Griff und meine Neuro ist quasi weg."

Meine Hautpflegephilosophie

Auch in der Hautpflege darf es minimalistisch sein: "Ich habe gelernt: weniger ist mehr! Und, dass ich für meine Haut und meinen Körper arbeite, mit milden und unterstützenden Maßnahmen und Mitteln, nicht dagegen mit aggressiven, synthetischen Produkten oder Medikamenten. Hilfe zur Selbsthilfe, das war der Schlüssel für mich – wie bei meiner Amenorrhö."

So sieht meine Hautpflegeroutine aus

„Ich achte auf gute und möglichst wenige Inhaltsstoffe. Bei der Gesichtspflege und bei Sonnencreme sollten die Produkte nicht komedogen wirken.“

Die Reinigung morgens und abends gehört auf jeden Fall zur täglichen Routine. Zurzeit genügt Insa Squalanöl und warmes Wasser. Der Rest wird variiert, je nachdem, welche Bedürfnisse ihre Haut gerade hat.

Was nicht fehlen darf: eine feuchtigkeitsspendende Pflegecreme. Wenn die Haut sehr trocken ist, noch ein Klecks hochwertiges, reines Öl. Für die Augenpartie sucht sie derzeit noch nach dem richtigen Produkt.

Nicht zu vergessen ist, dass Hautgesundheit auch von innen kommt, so die junge Bloggerin: „Ich mache fast täglich Yoga und bin so viel wie möglich draußen an der frischen Luft. Regelmäßige Entspannung, viel Flüssigkeit (Wasser, grüner Tee) und eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse machen auch viel aus.“

https://www.instagram.com/p/Bb1qC-HldOj/?taken-by=insa_esc

Das Buch No more dirty looks von Siobhan O'Connor und Alexandra Spunt, in dem konventionelle Kosmetikprodukte und ihre Inhaltsstoffe genauer unter die Lupe genommen werden, hat Insa geholfen, ihre Haut un deren Bedürfnisse besser zu verstehen.

Für mich ein Augenöffner!

Meine Haut hat einen großen Einfluss auf mein Wohlbefinden und andersrum…

"Man sagt ja auch, dass die Haut der Spiegel der Seele ist. Ich merke immer sofort an meiner Haut, wenn etwas nicht gut ist, das ist wie ein Ampelsystem. Zuviel Alkohol, Stress oder die falschen Pflegeprodukte? Schon meldet sich meine Haut zu Wort. Das kann zwar nervig sein, aber schärft auch das Bewusstsein fürs eigene Wohlbefinden. Mag trivial klingen, aber am wohlsten fühle ich mich, wenn es mir wirklich gut geht. Dazu gehört, regelmäßig gut zu essen, liebe Menschen um mich zu haben, wenn ich etwas tue, das ich liebe und mich bewege, am Liebsten draußen in der Natur – ob Joggen, Yoga, oder einfach Spazierengehen. Auch nach dem Meditieren fühle ich mich oft geerdet und pudelwohl in meiner Haut."

https://www.instagram.com/p/BczB48Tltnj/?taken-by=insa_esc

Dieses Gefühl möchte ich mit meinen Lesern teilen

„Seid mutig und authentisch! Wir haben unser Schicksal selbst in der Hand. Hört auf eure Intuition und macht euch auf den Weg zu Gesundheit, Weiblichkeit und eurem wahren „Ich“ – es lohnt sich!“

https://www.instagram.com/p/BbZ_FPZFsjE/

Hattest Du je Amenorrhö? Betroffene können Insa über ihren Blog anschreiben. Sie teilt gerne ihre Erfahrungen mit Dir, wie sie es geschafft hat, ihre Amenorrhö zu überwinden.

Du kannst uns auch gerne einen Kommentar da lassen. Wir freuen uns über den Austausch mit Dir.

[Karoline lüftet ihr Beauty Geheimnis]

Bis bald,

Deine Leonie

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