6 Mythen über Hauttypen

Es herrschen etliche Mythen zum Thema Hauttypen und nicht nur das. Bei dieser Überschrift werden die Skincare Experten aufschreien: "Hauttypen gibt es gar nicht! Das ist eine reine Marketingmasche."

Und nur wenige Minuten später ist dann doch wieder von "trockener Haut" die Rede, weil wir einfach nicht umhin kommen, solche Begriffe zu verwenden. Sie dienen einfach der Verständigung über einen bestimmten Hautzustand, ob man es nun Hautbedürfnis oder Hauttyp nennt. Letztendlich erfüllt es seinen Zweck: Einen komplexen Sachverhalt einfacher zugänglich zu machen.

Produkte tragen Beschreibungen wie "für Mischhaut" und co. Soll das den Konsumenten verunsichern und ihn unmündig halten? Ich denke nicht, dass Unternehmen entwickeln, die sie aus reinen Marketingzwecken verschiedenen Hauttypen zuordnen, um aus einem Bedürfnis (durch Hautpflege schönere und gesündere Haut zu bekommen) unendlich viele Profitmöglichkeiten zu schlagen.

Denn der Hinweis auf der Verpackung ist gut gemeint und nötig. Schließlich ist nicht jede Konzentration eines Inhaltsstoffes und nicht jede Textur bzw. Zusammensetzung für jedes Hautbedürfnis geeignet. Und leider gestalten sich kosmetische Zubereitungen so komplex, dass sich die wenigsten Konsumenten derart intensiv damit auseinandersetzen wollen, um sich selbständig die ideale Routine zusammen zu stellen. Marken wollen es dem Konsumenten ja leichter machen.

Ein Kritikpunkt wäre eher darin zu suchen, dass Versprechungen nicht gehalten werden. Da wird für fettige Haut ein Produkt mit reichlich Alkohol angeboten, der den Talg entfernen soll, doch im Endeffekt die Hautbarriere so stört, dass sich die Probleme nur verschlimmern. Das ist aber nochmal ein anderes Thema.

Die Crux beim Thema Hauttypen sehe ich darin, überhaupt erstmal zu verstehen, welchen man denn nun hat. Und an diesem Punkt möchte ich heute mit einigen Mythen aufräumen und Licht ins Dunkel bringen. Denn das allein füllt schon einen ganzen Beitrag. Hier herrscht auf jeden Fall Aufklärungsbedarf.

Die vier gängigen Kategorien - die wohl jeder kennt - sind fettige, trockene, normale und Mischhaut. Doch damit ist es nicht getan.

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6 gängige Mythen über Hauttypen

 

Mythos 1: "Ich habe Hauttyp X."

Richtiger wäre: "Ich neige jetzt gerade zu Hauttyp X" Denn dein Hauttyp ändert sich mehrmals im Leben, sogar mehrmals im Monat. Einige Frauen kennen das ganz gut: Zur Periode hin haben sie verstärkt Hautunreinheiten. Zum Eisprung hin ist ihre Haut zart und rosig. Es kommt sogar vor, dass Frauen multiple Hauttypen haben, also von jedem Hauttyp etwas zur gleichen Zeit.

 
Mythos 2: "Ich habe sensible Haut."

Paula Begoun schreibt in ihrem Buch The Original Beauty Bible: "I feel strongly that all skin types should be considered sensitive" (67).  Und dem kann ich nur strongly zustimmen. Sensible Haut sollte gerade in der Hautpflege als der 'normale' Hauttyp gehandhabt werden. Normale Haut ist einfach so selten, dass 'normal' die falsche Bezeichnung dafür ist. Das sollten wir uns echt klar machen. Einerseits, um die Notwendigkeit zu spüren, seine Haut so behutsam wie möglich zu behandeln, zum Anderen, um nicht mit unrealistischen Erwartungen an seine eigene Haut heranzutreten. So viele Frauen haben wirklich gesunde, tolle Haut, aber können das gar nicht so so sehen und empfinden, weil sie sich mit unrealistischen Vorbildern messen.

 
Mythos 3: "Ich habe Pickel, also habe ich fettige Haut/ Mischhaut."

Unreine Haut ist ein eigenständiger Hauttyp und hat erstmal nichts mit der Talgproduktion zu tun. Diese Tatsache schafft viel Erleichterung bei der Auswahl der richtigen Produkte. Also keine Angst vor lipidhaltige Creams oder W/O-Emulsionen, wenn deine Haut trocken und unrein zugleich ist.

 
Mythos 4: "Ich verwende sogar schon extra Hautpflege gegen unreine Haut/ X/ Y, aber nichts hilft."

Wusstest du, dass deine Hautpflege deinen Hauttyp maßgeblich mit bestimmt? Mit der richtigen Hautpflege kannst du deine Hautprobleme in den Griff kriegen, du kannst sie aber auch verschlimmern. Du solltest vorsichtig sein mit den Bezeichnungen auf der Verpackung: besser einen Blick auf die Inci Liste werfen. Denn Duftstoffe, Sulfate und reizende Alkohole können deine Haut irritieren und werden dir nicht helfen, egal, welchen Hauttyp du hast. Milde Hautpflege mit den passenden aktiven Inhaltsstoffen allerdings kann jeder verwenden und davon profitieren.

 
Mythos 5: "Ich kann den Inhaltsstoff X mit meinem Hauttyp nicht verwenden."

Es gibt aktive Inhaltsstoffe, die wirklich jeder Hauttyp braucht. Darunter fallen z.B. UV-Schutz und Antioxidantien. Allerdings richtet sich die Formulierung bzw. Textur der Produkte nach den individuellen Bedürfnissen der Haut (Lotion, Creme, Gel, Serum, Liquid/Gesichtswasser). Das heißt, wenn du eine Vitamin C Creme nicht verträgst, ziehe keine voreiligen Schlüsse über Vitamin C, sondern teste, ob ein anderes Vitamin C Produkt für dich funktioniert. Welche Textur für welchen Hauttyp geeignet ist, dazu werde ich einen seperaten Beitrag schreiben - ein ultra spannendes Thema!

 
Mythos 6: "Also, ich hab keine Probleme mit der Haut und reagiere auch überhaupt nicht empfindlich. Ich kann mir eigentlich alles ins Gesicht schmieren."

Der Hautzustand geht weit über das hinaus, was man mit bloßem Auge erkennen kann. Ich weiß - das macht es gerade nicht leichter. So sind Sonnenschäden an junger Haut nicht unbedingt sichtbar, doch sie sind da - bei manchen mehr, bei manchen weniger. je nachdem wie sehr die Haut UV-Strahlung ausgesetzt war. Täglicher UV-Schutz (SPF) ist einfach für jeden unerlässlich, um die Haut vor UV-induziertem Stress zu schützen. Und das immer. Auch im Winter, auch in geschlossenen Räumen. Immer dann, wenn Tageslicht herrscht. Nachts also nicht ;) Rosacea ist auch so ein Thema. Deine Haut kann zu Rosacea neigen, ohne dass du die ersten Anzeichen überhaupt merkst. Erste Anzeichen können sein, dass du nach dem Konsum von Wein rote Wangen bekommst, beim Essen schnell errötest oder bei Stress Flecken kriegst. Ein Test kann Aufschluss geben. Es ist wichtig, gerade bei Rosacea ganz früh anzufangen, auf gewisse Dinge zu achten, um einen späteren Ausbruch zu verhindern.


Man sieht: Dieses Thema kann man lange diskutieren. So soll es aber im nächsten Beitrag um die konkreten, erweiterten Hauttypen gehen. Nicht, um in die Irre zu führen, sondern einfach, um einen Anhaltspunkt bzw. eine Orientierung zu bieten, die helfen soll, sich und seinen Hautzustand einzuordnen.

Wie steht ihr zu dem Thema. Haltet ihr die Aufteilung in Hauttypen grundsätzlich für sinnvoll?

Kennt ihr noch mehr Mythen, die rund um das Thema kursieren?
Lasst mir gern einen Kommentar da.

Skincerely Yours,

Leonie

 

Literatur

Paula Begoun: The Original Beauty Bible. Unparalleled Information for Beautiful and Younger Skin at Any Age. Washington 2009.

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