Sonnenallergie - Ursachen, Symptome & Behandlung

Sonnenstrahlung wirkt sich positiv auf das gesamte Immunsystem aus und fördert die Bildung von Vitamin-D. ☀️ Übermäßiges Sonnenbaden kann aber auch ungewollte Hautreaktionen wie eine Sonnenallergie auslösen. Wir erklären, welche Symptome mit einer Sonnenallergie verbunden sind, welche Ursachen sie hat und welche Mittel der Behandlung und Prävention dienen.

Symptome bei einer Sonnenallergie

Eine Sonnenallergie geht mit lästigen bis schmerzhaften Hautsymptomen wie Jucken, Brennen, Blasen und Quaddeln einher. Dabei variiert Art und Schwere der Symptome ganz individuell. Die Hautveränderungen treten vor allem an Armen und Händen, an den Schultern, am Nacken und am Dekolleté auf. Auch der Rumpf und die Beine können betroffen sein.

Häufig stellen sich die Symptome verzögert, also mehrere Stunden bis Tage nach dem Sonnenbad ein. Für Laien ist es daher manchmal schwierig, den Grund der Hauterscheinungen ausfindig zu machen. Besonders gefährdet sind Personen, deren Haut längere Zeit keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt war. Eine Sonnenallergie zeigt sich aus diesem Grund hauptsächlich von März bis Juni, vor allem während des Urlaubs am Strand. 🏖

Die am häufigsten vorkommende Sonnenallergie ist die sogenannte Polymorphe Lichtdermatose. Wie die Bezeichnung "polymorph" (vielgestaltig) schon sagt, fallen die Symptome von Person zu Person sehr unterschiedlich aus. Auch diese Art der Sonnenallergie tritt in der Regel verzögert ein und kann sich durch die folgenden Hautveränderungen äußern:

  • Jucken und Brennen
  • rötliche Flecken
  • Entstehen von Bläschen, Knötchen oder Blasen
  • Anschwellen der betroffenen Hautbereiche

Ursachen einer Sonnenallergie

Bei einer Sonnenallergie handelt es sich in der Regel um keine Allergie im medizinischen Sinne. Vielmehr werden unter der Bezeichnung zahlreiche verschiedene Erkrankungen zusammengefasst. Alle stellen eine Reaktion auf Sonnenstrahlung dar und resultieren daraus, dass der natürliche Schutzmechanismus der Haut versagt und sich nicht mehr ausreichend gegen die UV-Strahlung schützen kann. Dazu kann es übrigens auch kommen, wenn die Sonneneinstrahlung nicht direkt erfolgt. Die UVA-Strahlung dringt zum Beispiel auch bei einem wolkenverhangenen Himmel in tiefer gelegene Hautschichten ein.

Worin unterscheidet sich nun die Reaktion auf UV-Strahlung gesunder Menschen und solcher mit Sonnenallergie? Erstere reagieren auf Sonneneinstrahlung mit einer erhöhten Produktion von Pigmenten. Das heißt, das in der Haut vorhandene Melanin bewirkt die Dunkelfärbung der Haut und schützt zudem die Zellen vor der gefährlichen Strahlung. Bei Personen mit Sonnenallergie ist der körpereigene Selbstschutz der Haut beeinträchtigt und sie reagiert mit Reizungen und Schwellungen.

Mehr als 90 Prozent der von Sonnenallergie Betroffenen leiden an einer Polymorphen Lichtdermatose. In Westeuropa macht das rund 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung aus. Überproportional häufig sind junge, hellhäutige Frauen und Kinder betroffen.

Sehr häufig kommt neben der Polymorphen Lichtdermatose die sogenannte Photosensibilisierung vor. Das Krankheitsbild tritt vor allem dann auf, wenn es zu einer Kombination bestimmter lichtsensibilisierender Stoffe - beispielsweise Kosmetika oder Medikamente - mit Sonnenlicht kommt.

Behandlung einer Sonnenallergie

Für die medikamentöse Behandlung bei Sonnenallergie stehen mehrere Mittel zur Verfügung. So dienen die sogenannten Antihistaminika der Therapie, aber auch der Prävention einer Sonnenallergie. Diese Medikamente kommen allerdings nur in sehr schweren Fällen zum Einsatz. In Salben- oder Tablettenform verabreicht, sind sie in der Lage, den Juckreiz zu mildern. Viele Ärzte verschreiben zudem kortisonhaltige Präparate, die darauf abzielen, die entzündlichen Veränderungen der Haut einzudämmen.

Es bestehen Hinweise darauf, dass der Polymorphen Lichtdermatose die Wirkung freier Radikale zugrunde liegt. Um den mit dieser Sonnenallergie verbundenen Beschwerden vorzubeugen, empfehlen manche Experten daher die Therapie mit sogenannten Radikalfängern beziehungsweise Antioxidantien. Zu diesen gehören zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren, Beta-Carotin, Folsäure, Kalzium, Vitamin E. Doch Vorsicht: Zwar zeigt sich bei einigen Betroffenen nach der Einnahme von Antioxidantien eine Linderung der Symptome, doch ihre Wirksamkeit wurde wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen. Schwer von Sonnenallergie Betroffene, die Interesse an dieser Behandlungsform haben, sollten daher vor der Einnahme der Radikalfänger mit ihrem Arzt sprechen. 👩🏼‍⚕️

Hautpflege bei einer Sonnenallergie

Frau cremt Beine mit Sonnencreme ein

Zuallererst gilt für alle von Sonnenallergie Betroffene, dass sie stets ausreichend Sonnencreme verwenden sollten. Da UV-Strahlung das Hautkrebsrisiko erhöht, sollten aber auch alle, die keine Sonnenallergie haben, auf einen angemessenen Sonnenschutz achten und einen unnötigen Sonnenbrand zu vermeiden. Mittel der Wahl ist eine Sonnencreme, die einen Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 30 bietet. Zudem ist darauf zu achten, dass die entsprechenden Produkte keine Farb- und Konservierungsstoffe enthalten.

Die Sonnencreme ist bereits vor dem Sonnenbaden aufzutragen. Circa 30 bis 45 Minuten sind ausreichend, damit die Creme in die Haut einziehen kann. Folgende Formel dient dazu abzuschätzen, wie lange der Schutz in etwa anhält: Geschützte Minuten in der Sonne = Eigenschutzfaktor (je nach Hauttyp fünf bis 45 Minuten) x Lichtschutzfaktor der Sonnencreme. 🤓

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man sich nur 60 Prozent des berechneten Zeitraums in der Sonne aufhalten. Außerdem ganz wichtig: Bei starkem Schwitzen oder zwischenzeitlichem Schwimmen ist Nachcremen angesagt.

Wer bereits unter den Symptomen der Sonnenallergie leidet, weil die Haut zu viel Sonne abbekommen hat, kann diese mit kalten Milchprodukten behandeln. Die Produkte kühlen die brennenden Stellen ab und versorgen die geschädigte Haut mit Feuchtigkeit. Geeignet sind beispielsweise Umschläge, die Buttermilch, Quark oder Joghurt enthalten. Dank der Kälte ziehen die Gefäße sich zusammen, wodurch sich entwickelnde Schwellungen wieder abklingen. Besonders wirksam erweist sich die Behandlung, wenn die Produkte direkt aus dem Kühlschrank kommen.

Vorsicht bei diesen Hausmitteln gegen Sonnenallergie

⛔️ Als ideales Hausmittel gegen die Symptome einer Sonnenallergie wird im Netz häufig Aloe Vera genannt. Richtig ist, dass die in Aloe Vera enthaltene Feuchtigkeit die geschädigte Haut mit Feuchtigkeit versorgt. Im Umgang mit der Pflanze ist allerdings Vorsicht angebracht: Es ist recht kompliziert, das enthaltene Gel aus den Blättern zu entnehmen. Laien sollten hiervon lieber die Finger lassen. Darüber hinaus ist die Wirksamkeit von Aloe-Vera-Produkten im Falle von Erkrankungen wissenschaftlich nicht erwiesen.

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