Periorale Dermatitis

Periorale Dermatitis - auch Mundrose genannt - ist ein entz√ľndlicher Hautausschlag im Gesicht, der an Akne oder Rosacea erinnert. ūüôĀ¬† Meist ist der rote Ausschlag um den Mund und am Kinn zu sehen, in seltenen F√§llen aber auch an den Augen. Im Folgenden verraten wir alles Wissenswerte rund um den entz√ľndlichen Ausschlag und zeigen m√∂gliche Ursachen und Behandlungsm√∂glichkeiten auf.

Symptome bei perioraler Dermatitis

Typischerweise betrifft die periorale Dermatitis die Haut rund um den Mund und am Kinn. H√§ufig ist dabei ein Rand von ein bis zwei Millimetern zu erkennen, der an das Rot der Lippen angrenzt und von den entz√ľndlichen Ver√§nderungen verschont bleibt. Erste Hinweise darauf, dass es sich um eine Mundrose handeln k√∂nnte, sind Pickel um den Mund. Bei fortschreitendem Krankheitsverlauf leiden die Betroffenen h√§ufig unter folgenden Symptomen:

  • juckende oder brennende Hautr√∂tungen (Erytheme)
  • rote Papeln, also Kn√∂tchen mit einem Durchmesser von etwa 0,2 bis 0,4 Zentimeter, teilweise mit gelber Spitze
  • schuppende Haut und Pusteln um den Mund
  • Spannungsgef√ľhle der Haut

Es kann vorkommen, dass einzelne Pusteln zu flächigen "Plaques" verschmelzen. Zu den seitlichen Gesichtsbereichen laufen die Hautveränderungen unscharf und begleitet von Papeln und schuppender Haut aus.

In den Symptomen √§hnelt die periorale Dermatitis denen einer Akne sowie Rosacea. Im Gegensatz zur Akne jedoch bilden sich bei der Mundrose weder Mitesser noch Griesk√∂rner. Mundrose und Rosacea sind schon schwerer voneinander zu unterscheiden. Im Gegensatz zur perioralen Dermatitis f√ľhrt die Rosazea aber nicht zu Ausschlag rund um den Mund. Dar√ľber hinaus bringt die Rosazea weitere Symptome wie die sichtbare Erweiterungen der Blutgef√§√üe und pl√∂tzlich auftretende, fleckige Hautr√∂tungen mit sich.

Ursachen von perioraler Dermatitis

Welche Ursachen der perioralen Dermatitis zugrunde liegen, ist derzeit noch nicht bekannt. Vermutlich tragen aber viele verschiedene Faktoren zur Entstehung der Erkrankung bei. Als Ausl√∂ser diskutiert werden zum Beispiel ein Zuviel an Sonnenlicht, hormonelle Verh√ľtungsmittel und Magen-Darm-St√∂rungen. Weitere Einflussfaktoren sind eine gesteigerte Talgproduktion der Haut sowie die Besiedelung mit bestimmten Pilzen oder Bakterien.

In vielen F√§llen ist eine √ľberpflegte Haut verantwortlich f√ľr das Auftreten des entz√ľndlichen Ausschlags im Gesicht. Eine zu h√§ufige Verwendung von Kosmetika sowie von Pflegeprodukten, beispielsweise Feuchtigkeitscremes, kann den Ausbruch der perioralen Dermatitis beg√ľnstigen. Der Grund: Durch die √ľbertriebene Anwendung feuchtigkeitsspendender Produkte ist die Haut √ľberfeuchtet. In der Folge kommt es zu einer St√∂rung ihrer nat√ľrlichen Barrierefunktion, sie trocknet aus und ist irritiert und gereizt.

‚ö†ÔłŹ Achtung: Kortisonhaltige Produkte, die auf der Gesichtshaut angewendet werden, k√∂nnen einen vergleichbaren Effekt haben und das Entstehen der perioralen Dermatitis f√∂rdern. Zu diesen Produkten geh√∂ren beispielsweise Kortisonsalben sowie Kortison-Pr√§parate zur Inhalation (Asthmatherapie).

Letztlich wirkt auch eine erhöhte psychische Belastung sich auf den Zustand der Haut aus und wirkt unter Umständen förderlich auf das Entstehen einer Mundrose.

Behandlung einer perioralern Dermatitis

Helfen keine herk√∂mmlichen Ma√ünahmen mehr gegen den Hautausschlag, sind verschreibungspflichtige Medikamente das Mittel der Wahl. Dazu z√§hlen Cremes, Salben, Gels und L√∂sungen mit bestimmten Wirkstoffen sowie, wenn n√∂tig, orale Pr√§parate. H√§ufig werden die Medikamente auch in Kombination eingenommen. Wann welches Medikament helfen kann, wie es dosiert werden sollte und wie lange die Behandlung dauern kann, erkl√§rt Ihnen ein Dermatologe oder medizinischer Kosmetiker. ūüĎ®ūüŹĽ‚Äć‚öēÔłŹ¬†

  • Natriumbituminosulfonat: Der Wirkstoff wird als Gel hauchd√ľnn auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Abends angewendet, lindert das Mittel die Entz√ľndungen und den Juckreiz und hilft gegen eine √ľberm√§√üige Talgproduktion. Auch gegen Bakterien und Pilze zeigt es eine gute Wirksamkeit.
  • Zink: Zinkhaltige Salben helfen dann, wenn der Ausschlag sehr hartn√§ckig ist und nicht weichen will.
  • Pimecrolimus: Der Wirkstoff in Cremeform beruhigt die Entz√ľndungen der Talgdr√ľsen und wirkt au√üerdem anti-infekti√∂s und anti-entz√ľndlich. Das Mittel kann √ľber einen Zeitraum von zwei Jahren verwendet werden.
  • Antibiotika: Antibiotische Salben oder L√∂sungen (zum Beispiel mit Metronidazol oder Erythromycin) helfen, die Entz√ľndungen zu bek√§mpfen. In hartn√§ckigen F√§llen k√∂nnen Antibiotika-Tabletten (zum Beispiel mit mit Doxycyclin oder Minocyclin) verabreicht werden.
  • Isotretinoin: Spricht die Mundrose auch auf Antibiotika nicht an, kann die Therapie mit dem Aknemittel Isotretinoin sinnvoll sein. Zuvor sollte eine Schwangerschaft w√§hrend der Behandlung ausgeschlossen werden, da der Wirkstoff das ungeborene Kind schwer sch√§digen kann.

Hautpflege bei perioraler Dermatitis

Mittel der Wahl bei einer perioralen Dermatitis ist die sogenannte Nulltherapie. Dabei verzichten die Betroffenen f√ľr mindestens sechs, besser zw√∂lf Wochen auf alle Reinigungs- und Pflegeprodukte sowie Kosmetika. Erste Erfolge zeigen sich in der Regel schon nach etwa drei Wochen. In dieser Zeit sollten die Betroffenen zudem auf Cremes mit Kortikosteroiden, Parfums und parfumierte Waschmittel, Raumsprays sowie fluoridhaltige Zahnpasta verzichten.

Frau reinigt Gesicht mit lauwarmem Wasser

Empfehlenswert ist au√üerdem, die Gesichtshaut zwei Mal t√§glich gr√ľndlich, aber schonend zu reinigen. Auch hierbei ist auf Kosmetika oder Chemikalien zu verzichten, die Reinigung erfolgt mit lauwarmem Wasser. Alternativ helfen Mikrofasert√ľcher, die Haut sanft von Verunreinigungen zu befreien.

Wer sein Gesicht zus√§tzlich reinigen m√∂chte, sollte sogenannte Syndets aus der Apotheke oder Drogerie verwenden. Diese Waschlotionen enthalten Tenside und verf√ľgen √ľber einen pH-Wert, der dem der Haut sehr √§hnlich ist. Aus diesem Grund haben die Syndets eine weniger intensive Wirkung als herk√∂mmliche Reinigungsmittel.

Nach der Reinigung ist das Gesicht mit einem sauberen, weichen Handtuch abzutupfen. Achten Sie darauf, wirklich zu tupfen statt zu rubbeln oder zu reiben. Idealerweise waschen Sie Ihre Handt√ľcher ohne Weichsp√ľler und verzichten auf Waschmittel mit Duftstoffen.

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